Deutsche Studentenstädte: Zahlen und Anteile

Die größten Unis und Hochschulen sind das eine, der Anteil der Studentenschaft an der Gesamtbevölkerung der Region das andere. So gibt es Orte, wo beinahe die Hälfte aller registrierten Einwohner einem Studium nachgeht, sey es nun an der lokalen Universität, einer staatlichen Hochschule oder eben an den sehr praxisorientierten Fachhochschulen. Dazu fällt auf, dass einige Städte eine oft bis ins später Mittelalter zurückreichende Tradition vorweisen können! Es muss eben nicht immer das ganz große Haus werden für das Studium, zumal die hohen Studentenanteile ganz logisch für ein lebhaftes Stadtbild sorgen.

Eine reiche Tradition

Beginnen wir mit den historisch bekannten Angeboten. Oft genug studierten in diesen Städten bekannte Größen der Geistesgeschichte, berühmte Forscher und nicht selten ist das auch ein Grund, um ein Studium in diesen Kapitalen der Wissenschaft die eigenen Studien aufzunehmen. So ist natürlich hier Tübingen zu nennen, schließlich gibt es die örtliche Universität schon seit 1477 und heute lernen vor Ort beinahe 30.000 Studierende aus dem In- und Ausland. Das ist für die Kleinstadt in Baden – Württemberg eine Menge, wohnen doch gerade einmal knapp 90.000 Leute in der Stadt, das ergibt dann einen Anteil Studenten von gut einem Drittel! Auch Marburg ist ein solches Zentrum mit reicher Historie seit 1527, dort haben die Studenten in Zahlen mit 27.000 Leuten gleich mal 36 Prozent Anteil an der Gesamtbevölkerung von 75.000 Einwohnern. Weiter geht es mit Gießen, einer Stadt, die schon seit 1607 Studenten ausbildet und hier sind es immerhin noch gut 30 Prozent bei rund 120.000 Gesamteinwohnerschaft.

Klein, aber lebendig!

Richtig interessant wird es darüber hinaus bei den vergleichsweise kleinen Städten, die manchmal fast noch als Dörfer durchgehen könnten und die zugleich über immense Studentenzahlen verfügen. Das ist entweder einem besonders beliebten und berühmten Standort geschuldet, hin und wieder befinden sich aber regelrecht einmalige Hochschulstätten vor Ort, die etwa vom Staat betrieben werden und sich dabei etwa auf Verwaltung konzentrieren. Auch lagern einige Hochschulen bestimmte Standorte aus, etwa für eine bessere Praxisarbeit und das führt dann schnell und dauerhaft zu höheren Zahlen an der örtlichen Gesamtbevölkerung.

Den mit Abstand höchsten Anteil hat das im sächsischen Freistaat liegende Mittweida mit 48 Prozent. Hier gibt es nur knapp 15.000 Einwohner, aber mehr als 7000 Studenten! Auch das zugegeben sehr kleine Städtchen Furtwangen mit nicht einmal 10.000 Einwohnern kommt auf über 40 Prozent mit seinen mehr als 3500 Studierenden. Ähnlich interessant ist es in Orten wie Wildau, Birkenfeld oder auch Eichstätt, wo nie mehr als 15.000 Einwohner erreicht werden, aber sich stets die Anteile der Studierenden um die 30 Prozent und mehr bewegen.