Geschlechteranteile an deutschen Hochschulen

Bei der Sichtung der deutschen Hochschullandschaft lohnt sich immer auch ein Blick auf die Verhältnisse der Geschlechter, auch wenn heute in Zeiten von Gender Gleichstellung das vielleicht immer weniger eine Rolle spielen will. Es fällt beispielsweise auf, dass Frauen sehr gerne in kleineren Orten in Deutschland ein Studium aufnehmen und sich dabei vor allem auf künstlerische Angebote konzentrieren. Bei Männern ist das ähnlich, allerdings lernen diese wie zu erwarten jede Menge technische Berufe und darüber hinaus gibt es mit katholischen Hochschulen auch Lehranstalten, die Frauen prinzipiell nicht zum Studium zulassen.

Frauenanteil und Studienrichtungen

Von Veterinärmedizin über Sozialarbeit bis hin künstlerischen Studiengängen ist alles dabei und die weiblichen Studierenden erreichen mancherorts einen beeindruckend hohen Anteil. So steht mit mehr als 90 Prozent die Internationale Kunsthochschule für Mode in Berlin ganz klar an der Spitze, allerdings gibt es eben auch nur 179 Studenten an dieser Bildungseinrichtung. Die Privatuniversität für Künste im Sozialen Ottersberg, ein ziemlich sperriger Name, in Niedersachen kommt immerhin auf knapp 400 Studierende, davon sind beinahe 88 Prozent Frauen. Auch auf dem dritten Platz ist eine Mode Uni, die AMD Akademie für Mode & Design, deren Sitz in Hamburg durch verschiedene Standorte unter anderem in Berlin und Düsseldorf ergänzt wird. Hier sind es dann nicht ganz 87 Prozent der rund 1400 Studierenden, die dem weiblichen Geschlecht zugerechnet werden.

Auf den weiteren Plätzen liegen dann Hochschulen für Gesundheit, Rechtspflege, Veterinärmedizin und sogar evangelische Lehranstalten, die allesamt auf mehr als 80 Prozent Frauenanteil kommen.

Die beliebtesten Hochschulen für Männer

Ebenfalls eher klein, aber mit oft ganz anderer Fachrichtung überzeugen einige Bildungseinrichtungen der deutschen Hochschullandschaft vor allem das männliche Geschlecht. Auf dem Podest ganz oben findet sich wieder die Lutherische Theologische Hochschule Oberursel, wo freilich gerade mal 31 Leute eingeschrieben sind – mit mehr als 90 Prozent Männeranteil! Weit mehr, nämlich rund 2400 Studierende, hat die technische Hochschule Georg Agricola zu Bochum, wo vielleicht schon der Name die Damen abschreckt, schließlich studieren hier rund 88 Prozent Männer! Danach folgt die Wilhelm Büchner Hochschule mit rund 6000 Studierenden, wo gleichfalls fast 88 Prozent Männer eingeschrieben sind.

Angebote wie jene der Universität der Bundeswehr oder für Telekommunikation in Leipzig sprechen ebenfalls vorrangig das männliche Geschlecht an und wie schon erwähnt sind Hochschulen mit einem genuin kirchlichen Hintergrund wie in Gießen und Paderborn schon allein aufgrund des Profils für Frauen weniger interessant.