macOS 27: Apple verabschiedet sich endgültig von der Time Capsule

LGR Reutlingen – 11 Juni 2026 | Mit der kommenden Version macOS 27 zieht Apple einen Schlussstrich unter ein Kapitel, das für viele langjährige Nutzer mehr als nur eine Randnotiz ist: Die Unterstützung für die AirPort Time Capsule wird endgültig eingestellt. Konkret bedeutet das: Apple streicht das Apple Filing Protocol (AFP) aus dem System – und genau auf dieses Protokoll sind die alten Time-Capsule-Geräte angewiesen, um Time-Machine-Backups über das Netzwerk zu ermöglichen. Für alle, die ihre Daten bislang bequem drahtlos auf die Time Capsule sicherten, heißt das: Spätestens mit dem Update auf macOS 27 im Herbst wird diese Methode nicht mehr funktionieren.
Ganz überraschend kommt dieser Schritt nicht. Bereits seit längerem weist Apple darauf hin, dass die AirPort Time Capsule und auch die AirPort Extreme mit angeschlossener Festplatte nicht mehr als bevorzugtes Time-Machine-Ziel empfohlen werden. Schon Anfang des Jahres war das nahende Ende der Time-Capsule-Unterstützung in Fachkreisen ein Thema. Neu ist nun, dass der Schritt mit macOS 27 offenbar tatsächlich vollzogen wird. Wie AppleInsider berichtet, wird AFP in der neuen macOS-Version nicht mehr unterstützt. Für moderne NAS-Systeme ist das in der Regel kein Problem, da Time Machine dort längst über SMB läuft. Die Time Capsule hängt dagegen an alten Protokollen fest.
Warum Apple auf SMB3 setzt
Der technische Hintergrund ist schnell erklärt: Apple will Netzwerk-Backups künftig über modernere SMB-Versionen abwickeln. SMB3 bietet gegenüber AFP und älteren SMB-Varianten deutliche Vorteile in puncto Sicherheit, Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit. Die Time Capsule kann zwar SMB, allerdings nur in einer veralteten Form. Für aktuelle macOS-Versionen ist das keine tragfähige Lösung mehr. Wer also seine Time Capsule bislang noch als drahtloses Backup-Laufwerk nutzt, sollte nicht erst beim macOS-Update nach einer Alternative suchen. Eine einfache Einbindung der alten Time Capsule wird ab Herbst nicht mehr möglich sein.
Damit ist klar: macOS 27 Apple verabschiedet sich endgültig von der Time Capsule – und das betrifft nicht nur die reine Hardware, sondern auch die dahinterstehende Protokollinfrastruktur. Nutzer, die ihre Daten weiterhin regelmäßig sichern möchten, müssen umdenken. Denn regelmäßige Backups mit Time Machine werden von Apple nach wie vor dringend empfohlen – und das zu Recht.
Alternativen für den Backup-Alltag
Die naheliegenden Ersatzlösungen sind ein direkt angeschlossenes USB- oder Thunderbolt-Laufwerk, ein moderner NAS-Speicher mit Time-Machine-Unterstützung oder ein anderer Mac im Netzwerk, der ein Laufwerk als Backup-Ziel freigibt. Das ist weniger charmant als die alte Apple-Lösung, aber zukunftssicherer. Ein direkt angeschlossenes Laufwerk ist dabei die einfachste und günstigste Option – wer jedoch mehrere Rechner sichern möchte oder Wert auf Netzwerkzugriff legt, wird um ein NAS kaum herumkommen. Geräte von Synology, QNAP oder auch UGREEN (wie das NASync DXP2800 GT) bieten mittlerweile hervorragende Time-Machine-Integration über SMB.
Ein kleiner Trost für alle, die ihre Time Capsule nicht einfach entsorgen wollen: Ganz abschreiben muss man die Hardware nicht. Das Open-Source-Projekt TimeCapsuleSMB versucht, der alten Apple-Hardware einen modernen Samba-Server beizubringen. Die Time Capsule soll dadurch SMB3-Verbindungen akzeptieren und sich wieder als Netzwerkfreigabe für aktuelle Macs anbieten. Für normale Nutzer ist das aber keine einfache Empfehlung. Die Einrichtung setzt etwas Bastelei voraus, greift tief in die alte Hardware ein und sollte nicht die einzige Backup-Strategie sein. Wer seine Time Capsule noch als Experiment weiterbetreiben möchte, kann sich das Projekt ansehen – aber Vorsicht: Das ist eher etwas für Bastler und nicht für den produktiven Einsatz.
Für alle anderen gilt: Die Ära der Time Capsule ist mit macOS 27 endgültig vorbei. Apple hat den Stecker gezogen – und das ist auch gut so. Denn die alten Geräte sind technisch längst überholt, und moderne Alternativen bieten nicht nur mehr Sicherheit, sondern auch deutlich mehr Komfort. Wer jetzt umsteigt, ist für die Zukunft gerüstet.
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