Sukuma ldt Kinder in den Sommerferien zu Projekttagen ein – Upcycling für die nächste Generation
LGR Reutlingen – 21 Juni 2026 | Sukuma ldt Kinder in den Sommerferien zu Projekttagen ein und bietet ihnen die Möglichkeit, aus Stoff- und Holzresten eigene Taschen und Balance‑Boards zu fertigen. Das Jugendprojekt everydayforfuture des Neustädter Vereins Sukuma arts e.V. richtet die viertägige Aktion vom 20. bis 23. Juli 2026 im Jugendzentrum Jugendkirche Trinitatis aus. Ziel ist es, junge Menschen im Alter von zehn bis vierzehn Jahren praxisnah an das Thema Upcycling heranzuführen – ein Ansatz, der über das reine Basteln hinaus einen Beitrag zur Kreislaufwirtschaft leistet.
Sukuma ldt Kinder in den Sommerferien zu Projekttagen ein – Was genau passiert?
Die Projektwoche ist klar strukturiert, lässt aber genug Raum für kreative Entfaltung. In der hölzernen Werkstatt können die Teilnehmenden ein Balance‑Board aus Restholz bauen. Unter fachkundiger Anleitung lernen sie, die einzelnen Teile zu sägen, zu schleifen und schließlich zu einem stabilen Spielgerät zusammenzusetzen. Parallel dazu gibt es eine Stoffwerkstatt, in der aus alten Textilresten individuelle Taschen entstehen. Hier stehen Nähmaschinen, Schnittmuster und ein breites Sortiment an Klettverschlüssen, Reißverschlüssen und Knöpfen bereit.
Der pädagogische Ansatz ist bewusst niedrigschwellig: Vorkenntnisse sind nicht nötig, und die Betreuungspersonen legen Wert darauf, dass jedes Kind in seinem eigenen Tempo arbeitet. Mittagessen und Snacks sind im Preis inbegriffen, sodass die jungen Teilnehmenden den ganzen Tag über versorgt sind. Die Kombination aus produktiver Arbeit und freien Spiel- bzw. Entspannungsphasen sorgt für ein ausgewogenes Lernumfeld.
Organisatorisches und Anmeldung
- Datum: 20. – 23. Juli 2026
- Uhrzeit: täglich von 09:00 bis 17:00 Uhr
- Ort: Jugendzentrum Jugendkirche Trinitatis, Trinitatisplatz 1, Johannstadt
- Teilnahme: kostenlos
- Anmeldung: per E‑Mail an info@forfuturesukuma.net bis zum 13. Juli
Die Anmeldung erfolgt ausschließlich per E‑Mail; telefonische Anfragen werden nicht entgegengenommen. Interessierte Eltern können zudem über Instagram und die Webseite www.sukuma.net weitere Informationen einholen. Da die Plätze begrenzt sind, empfiehlt sich eine frühzeitige Registrierung.
Das Projekt steht unter der Schirmherrschaft von everydayforfuture, einem Teilbereich von Sukuma arts e.V., das sich der Förderung einer aktiven Jugendgemeinschaft für globale Nachhaltigkeit verschrieben hat. Der Name „Sukuma“ stammt aus dem Suaheli und bedeutet so viel wie „begeistere andere“, ein Leitmotiv, das sich in allen Aktivitäten des Vereins widerspiegelt.
Die Entscheidung, den Fokus auf Upcycling zu legen, ist kein Zufall. In den letzten Jahren haben sich zahlreiche Kommunen und NGOs dafür eingesetzt, das Bewusstsein für Ressourcenschonung bereits in der Grundschule zu verankern. Studien zeigen, dass praktische Erfahrungen mit wiederverwertbaren Materialien das Umweltbewusstsein von Kindern langfristig stärken und zu einem verantwortungsvolleren Konsumverhalten führen.
Im Kontext der deutschen Bildungslandschaft ist das Projekt ein Beispiel dafür, wie außerschulische Initiativen Lücken im Lehrplan schließen können. Während das Kerncurriculum bereits Themen wie Klimaschutz und Ressourcenschutz behandelt, fehlt oft die handlungsorientierte Komponente. Hier setzt Sukuma an, indem es Kindern die Möglichkeit gibt, theoretisches Wissen in greifbare Produkte zu verwandeln.
Aus Sicht der Kommunalpolitik bietet die Veranstaltung einen Mehrwert für die Stadt Neustadt. Die Nutzung des Jugendzentrums an einem ansonsten ruhigen Wochenende stärkt die Infrastruktur und demonstriert, wie öffentliche Räume aktiv für Nachhaltigkeitsziele eingesetzt werden können. Gleichzeitig generiert das Projekt positive Medienpräsenz, was wiederum die Attraktivität der Region für Familien und umweltbewusste Unternehmen erhöht.
Die wirtschaftliche Relevanz von Upcycling wird oft unterschätzt. Laut einer aktuellen Studie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie wächst der Markt für recycelte Produkte jährlich um rund fünf Prozent. Die frühen Begegnungen von Kindern mit solchen Prozessen können langfristig die Nachfrage nach nachhaltigen Produkten erhöhen und damit die Innovationskraft lokaler Unternehmen stimulieren.
Ein weiterer Aspekt ist die soziale Integration. Die Projekte sind bewusst inklusiv konzipiert, sodass Kinder mit unterschiedlichen Fähigkeiten und Hintergründen zusammenarbeiten. Durch das gemeinsame Basteln entstehen neue Freundschaften und ein Gemeinschaftsgefühl, das über die reine Projektzeit hinaus wirkt.
Die Projektleitung betont, dass das Ziel nicht nur das fertige Produkt, sondern der Lernprozess selbst sei. Die Teilnehmenden sollen verstehen, dass Abfall nicht zwangsläufig Müll sein muss, sondern ein Rohstoff für kreative Lösungen. Dieses Mindset ist ein entscheidender Baustein für die sogenannte „Circular Economy“, die in Europa zunehmend an politischer Bedeutung gewinnt.
Die Verantwortung liegt dabei nicht allein bei den Organisatoren. Eltern werden ermutigt, die erlernten Techniken zu Hause weiterzuführen – zum Beispiel durch das Sammeln von alten T-Shirts für neue Taschen oder das Anlegen eines kleinen Werkraums im eigenen Garten. Auf diese Weise kann das Projekt eine nachhaltige Wirkung entfalten, die weit über die vier Projekttage hinausreicht.
In der Praxis zeigt sich, dass Kinder besonders motiviert sind, wenn sie sofortige Ergebnisse sehen. Das fertige Balance‑Board, das sie im Anschluss selbst ausprobieren können, liefert ein greifbares Erfolgserlebnis. Gleiches gilt für die selbst genähte Tasche, die nicht nur funktional, sondern auch ein persönliches Statement für Umweltbewusstsein darstellt.
Experten aus dem Bereich Umweltbildung sehen in solchen Projekten ein wichtiges Bindeglied zwischen Theorie und Praxis. Dr. Martina Vogel, Dozentin für Nachhaltigkeitsdidaktik an der Hochschule für Umwelt und Wirtschaft, erklärt: „Wenn junge Menschen die Möglichkeit haben, aus Abfall etwas Nützliches zu schaffen, verinnerlichen sie den Wert von Ressourcen auf einer tieferen Ebene.“
Die Initiative von Sukuma könnte Vorbildcharakter für andere Städte entwickeln. In den kommenden Jahren planen die Verantwortlichen, das Konzept zu skalieren und weitere Standorte in der Metropolregion zu integrieren. Dabei soll die Kooperation mit lokalen Handwerksbetrieben und Recyclingunternehmen ausgebaut werden, um den Zugang zu hochwertigen Restmaterialien zu sichern.
Ein Blick in die Zukunft lässt vermuten, dass solche Programme zunehmend in den regulären Schulunterricht integriert werden könnten. Die Lerninhalte decken sich mit den Kompetenzen des „Kompetenzrahmens für nachhaltige Entwicklung“ (KNE), der bereits in vielen Bundesländern umgesetzt wird. Durch die Einbindung von außerschulischen Partnern wie Sukuma lässt sich die Umsetzung effizienter gestalten.
Abschließend lässt sich festhalten, dass das Projekt nicht nur ein kreatives Sommerangebot ist, sondern ein Baustein für ein nachhaltiges Bildungssystem. Die Kombination aus praktischem Upcycling, sozialer Interaktion und ökologischer Aufklärung schafft ein Rundum‑Erlebnis, das Kinder befähigt, aktiv an der Gestaltung einer ressourcenschonenden Zukunft mitzuwirken.
Interessierte Eltern und Interessierte können sich ab sofort per E‑Mail anmelden und erhalten zusätzlich Informationsmaterial zur Vorbereitung. Die Veranstalter hoffen, dass die Resonanz die Erwartungen übertrifft und das Projekt zu einem jährlichen Highlight im Bildungsangebot von Neustadt wird.




