Toyota-Chef: CO2-neutrale Autos machen keinen Spaß
LGR Reutlingen – 15 Juni 2026 | Akio Toyoda, der CEO von Toyota, hat in einem aktuellen Interview seine Meinung zu CO2-neutralen Autos klar geäußert: „CO2-neutrale Autos machen keinen Spaß“. Diese Aussage bringt die Philosophie des japanischen Automobilherstellers auf den Punkt, der trotz steigender Abgasvorschriften und des weltweiten Trends zur Elektrifizierung an traditionellen Verbrennungsmotoren festhält.
In den letzten Jahren hat Toyota zwar einige elektrische Modelle in sein Portfolio aufgenommen, darunter den Urban Cruiser und den bZ4X, doch die breite Öffentlichkeit kennt die Marke eher für ihre zuverlässigen und oft geländegängigen Fahrzeuge mit Verbrennungs- oder Hybridantrieb. Selbst die Tochtermarke Lexus, die ebenfalls einige vollelektrische Modelle anbietet, hat kürzlich die Einstellung ihres Elektro-Limousinenmodells LF-ZC angekündigt. Dieser Schritt wirft Fragen auf, warum Toyota, ein Gigant der Automobilindustrie, so zögerlich bei der Einführung von Elektrofahrzeugen ist.
Toyotas Skepsis gegenüber der Elektromobilität
In seinem Gespräch mit der Plattform Carwow äußerte Toyoda seine größte Befürchtung: „Alle steigen auf Elektroautos um“. Seine Vorliebe für den Klang und den Geruch von Verbrennungsmotoren ist unüberhörbar. „Ich liebe Motoren und möchte die Arbeitsplätze der Motorenlieferanten erhalten“, fügte er hinzu. Diese nostalgische Haltung könnte einige als antiquiert empfinden, besonders in einer Zeit, in der die Politik mit verschiedenen Förderprogrammen, wie der neuen Elektroauto-Förderung in Deutschland, versucht, den Umstieg auf Elektrofahrzeuge zu beschleunigen.
Toyoda hat das Gefühl, dass er gegen den Strom schwimmt: „Es scheint mir, als wäre ich der Einzige. Ich fühle mich sehr allein“. Trotz der Tatsache, dass die Automobilindustrie sich zunehmend in Richtung Elektromobilität bewegt, bleibt Toyota auf einem Kurs, der auf traditionellen Antriebstechnologien beruht. Diese Skepsis könnte langfristige Folgen für Toyotas Wettbewerbsfähigkeit im globalen Automobilmarkt haben.
Seine Leidenschaft für Autos zeigt sich auch in seiner Rolle als Tester der Modelle der Motorsportabteilung Gazoo Racing (GR). Toyoda strebt danach, das perfekte Fahrgefühl zu erreichen, und ist der Meinung, dass Elektroautos, obwohl sie im Motorsport hohe Geschwindigkeiten und beeindruckende Beschleunigungswerte erreichen, nicht das gleiche Fahrvergnügen bieten können wie traditionelle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor.
Die Zukunft von Toyota und das Streben nach Innovation
Toyoda ist sich der Notwendigkeit bewusst, CO₂-neutrale Fahrzeuge zu entwickeln, doch er betont, dass dies für ihn nicht das einzige Ziel ist. „Das Auto ist mein Spielzeug. Ich möchte Autos bauen, die ich in meiner Garage haben möchte. Wenn ich nur CO₂-neutrale Autos bauen muss, ist das nicht spannend“, erklärt er. Diese Aussagen reflektieren eine tiefere Verbindung zu den Fahrzeugen, die Toyota herstellt, und eine Überzeugung, dass das Fahrgefühl und die Emotionen, die mit dem Fahren eines Autos verbunden sind, nicht vernachlässigt werden dürfen.
Um dennoch im Bereich der CO₂-Neutralität aktiv zu bleiben, arbeitet Toyota an alternativen Antriebstechnologien. Das GR GT-Konzept mit einem V8-Motor soll 2027 als Sportwagen auf den Markt kommen. Gleichzeitig entwickelt das Unternehmen auch Wasserstoff-Verbrennungsmotoren, die eine mögliche Lösung für die Reduzierung von CO₂-Emissionen darstellen könnten und gleichzeitig das klassische Fahrgefühl bewahren.
Die Herausforderungen, vor denen Toyota steht, sind nicht unerheblich. Der Druck, der durch strengere Umweltauflagen und den Wettbewerb durch neue Akteure auf dem Markt entsteht, zwingt das Unternehmen dazu, seine Strategie zu überdenken. Dennoch bleibt Toyodas Standpunkt klar: Die Liebe zu Motoren und die Freude am Fahren müssen im Zentrum der Automobilentwicklung stehen, auch wenn dies bedeutet, gegen den aktuellen Trend der Elektromobilität zu stehen.
In einer Zeit, in der die Automobilindustrie sich rasant verändert, wird es spannend sein zu beobachten, wie Toyota seine Traditionen mit den Anforderungen der Zukunft in Einklang bringt. Ob Toyodas Skepsis gegenüber CO2-neutralen Autos langfristig tragbar ist, bleibt abzuwarten. Für jetzt steht fest: Toyota-Chef CO2-neutrale Autos machen keinen Spaß, zumindest nicht für ihn.






