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Polymarket und Kalshi: Vorläufige Sperrung in Spanien

28. Mai 2026 um 04:56·Friedrich Schneider
Polymarket und Kalshi: Vorläufige Sperrung in Spanien

LGR Reutlingen – 28 Mai 2026 | In Spanien sind die beiden US-amerikanischen Prognosemarkt-Plattformen Polymarket und Kalshi vorläufig gesperrt worden. Das spanische Ministerium für Soziale Rechte, Konsum und Agenda 2030 hat über die Dirección General de Ordenación del Juego (DGOJ) ein Verfahren eingeleitet, weil die Unternehmen ohne die erforderliche Glücksspiellizenz im Land operieren. Diese Maßnahme ist Teil eines wachsenden regulatorischen Drucks auf digitale Wettanbieter in Europa und den USA.

Die vorläufige Sperrung der Websites von Polymarket und Kalshi gilt als Sicherungsmaßnahme, die solange in Kraft bleibt, bis eine endgültige Entscheidung im Sanktionsverfahren getroffen wird. Die DGOJ hat festgestellt, dass die beiden Plattformen die grundlegenden Standards zum Schutz von Spielern nicht erfüllen, wie etwa die Identitätsverifizierung und den Schutz von Minderjährigen.

Regulierungsmaßnahmen in Europa und den USA

Die aktuellen Maßnahmen in Spanien sind nicht isoliert zu betrachten. In den letzten Monaten haben auch andere europäische Länder ähnliche Schritte unternommen. In Portugal beispielsweise hat die Glücksspielaufsicht Polymarket verboten, da die Plattform dort keine Genehmigung besitzt und Wetten auf politische Ereignisse gegen das nationale Recht verstoßen. Auch Ungarn und Frankreich haben Einschränkungen gegen Polymarket verhängt, wobei in Frankreich der Zugang nur im „View only“-Modus erlaubt ist.

In den USA haben die regulatorischen Behörden ebenfalls Maßnahmen gegen Polymarket und Kalshi ergriffen. Das Nevada Gaming Control Board hat eine zivilrechtliche Klage eingereicht, um die beiden Plattformen am Anbieten nicht lizenzierter Wetten zu hindern. Zudem wurden in Tennessee Anweisungen erteilt, die die Schließung der Sportprognosemärkte von Polymarket und Kalshi forderten.

Was sind Prognosemärkte?

Prognosemärkte sind Plattformen, auf denen Nutzer Anteile kaufen und verkaufen, die den Ausgang zukünftiger Ereignisse widerspiegeln. Die Preise dieser Anteile basieren auf der kollektiven Einschätzung der Wahrscheinlichkeit eines bestimmten Ergebnisses. Anders als traditionelle Wettanbieter sehen sich Polymarket und Kalshi als Börsen, in denen Käufer und Verkäufer direkt miteinander agieren. Diese Einordnung wird jedoch von vielen Regulierungsbehörden nicht geteilt, die die Geschäftsmodelle als Glücksspiel einstufen.

Das Wachstum von Polymarket und Kalshi ist bemerkenswert. Laut einem Bericht von Dune und Keyrock haben die Plattformen in den letzten zwei Jahren ein monatliches Handelsvolumen von über 13,5 Milliarden US-Dollar erreicht und verzeichnen mehr als 43 Millionen Transaktionen pro Monat. Diese Zahlen zeigen das steigende Interesse an Prognosemärkten, werfen aber gleichzeitig Fragen hinsichtlich der Regulierung und der Einhaltung von Gesetzen auf.

Ein besonders umstrittener Vorfall ereignete sich Anfang Januar, als ein Nutzer von Polymarket über 436.000 US-Dollar Gewinn erzielte, nachdem er korrekt auf den Machtverlust von Nicolás Maduro in Venezuela gewettet hatte. Diese Situation führte zu einem politischen Aufschrei und der Forderung nach strengeren Regeln für Insidernutzung durch öffentliche Bedienstete.

Die regulatorischen Bestrebungen in Europa und den USA deuten darauf hin, dass Prognosemärkte möglicherweise nicht als eigenständige Anlageklasse anerkannt werden. Stattdessen könnten sie unter das Glücksspielrecht fallen, was weitreichende Folgen für die Branche hätte.

Die vorläufige Sperrung von Polymarket und Kalshi in Spanien ist ein weiteres Beispiel für den zunehmenden regulatorischen Druck auf digitale Wettanbieter. Die nächsten Monate werden entscheidend sein, um zu beobachten, wie sich diese rechtlichen Auseinandersetzungen entwickeln und welche Auswirkungen sie auf die Zukunft der Prognosemärkte haben werden.

#EU-Vorschriften#Glücksspielrecht#Kalshi#Polymarket#Prognosemärkte#Regulierung#US-Regulierungen

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