400 Goldmünzen entschlüsseln jahrhundertealtes Schiffswrack‑Mysterium
LGR Reutlingen – 23 Juni 2026 | Als das Team des South West Maritime Archaeology Group 1995 die versunkenen Überreste vor der Küste von Salcombe untersuchte, fanden sie ein überraschendes Relikt: 400 gold coins help crack a centuries-old shipwreck mystery. Die Entdeckung dieser Goldmünzen öffnete ein Fenster zu einer längst vergessenen Handelsroute zwischen dem heutigen Marokko und den Niederlanden und brachte nach fast drei Jahrzehnten endlich Klarheit über das rätselhafte Schiffswrack.
Die Geschichte begann im Herbst 1633, als die niederländische Handelsschiffe Dom van Keulen von Tanger aus in Richtung Haussee in die Niederlande aufbrach. An Bord befanden sich über 9.000 Goldmünzen, zahlreiche Handelsgüter und ein erheblicher Schatz an afrikanischem Gold, das von den Sadi‑Sharifs, einer arabischen Dynastie, geschmiedet worden war. Doch ein schwerer Sturm vor der Küste Englands zwang das Schiff zum Kentern. Die Besatzung überlebte, das meiste der Ladung wurde vermutlich schnell geborgen – bis 1995, als ein Teil des Schatzes wieder auftauchte.
400 gold coins help crack a centuries-old shipwreck mystery – Der Durchbruch der Forschung
Der entscheidende Hinweis kam, als Historiker Ian Friel im britischen Nationalarchiv Dokumente entdeckte, die den letzten Kurs der Dom van Keulen festhielten. Parallel dazu analysierten Meeresarchäologen von Bournemouth University, darunter Dave Parham, die vor Ort gefundenen Artefakte. Die 400 Goldmünzen, die bis zu ihrer Rettung im Meeresboden lagen, lieferten nicht nur den wirtschaftlichen Kontext, sondern bestätigten auch die Identität des Wracks. “Die Münzen sind ein greifbarer Beweis für den Reichtum der Sadi‑Sharifs und für die intensive Handelsverknüpfung zwischen Marokko, den Niederlanden und England im 17. Jahrhundert”, erklärte Parham.
Die Münzen selbst gehören zur Kategorie “Barbary ducats” und anderen marokkanischen Goldstücken, die in dieser Epoche als internationale Handelswährung dienten. Ihre Prägung, Metallzusammensetzung und das unverwechselbare Siegel geben Aufschluss über die wirtschaftlichen Ströme, die das Gold aus Westafrika über das marokkanische Reich in die europäischen Märkte brachten.
Weitere Funde aus dem Wrack, darunter ein Zinnschüsselchen, ein Keramik‑Schlaggewicht in Form einer Sardine, ein Stempelsiegel und ein kleines Goldnugget, wurden vom British Museum übernommen. Diese Objekte ergänzen das Bild einer Handelsmission, die nicht nur Gold, sondern auch Gewürze, Gummi‑Arabisch, Salpeter und Ziegenhäute transportierte – ein typisches Sortiment niederländischer Handelsschiffe jener Zeit.
Wirtschaftliche Dimension des 17.‑Jahrhundert‑Handels
Im 16. und 17. Jahrhundert war die Niederlande ein zentraler Akteur im globalen Handel. Die sogenannten Ostindien-Kompanien nutzten Gold aus Westafrika, das von den Sadi‑Sharifs in Marokko geschmolzen und zu Münzen geprägt wurde. Diese Goldmünzen waren wegen ihrer Reinheit und Akzeptanz in Europa hochgeschätzt. Der Verlust von 9.000 Münzen war nicht nur ein materieller, sondern auch ein geopolitischer Rückschlag – er verdeutlichte die Verwundbarkeit maritimer Handelsrouten gegenüber Wetter und Piraterie.
Die Wiederentdeckung des Schatzes liefert Historikern und Ökonomen ein seltenes Datenelement, um die Preisbildung und die Geldumlaufgeschwindigkeit im frühen modernen Europa zu modellieren. “Die 400 Münzen, die wir geborgen haben, ermöglichen es, die Metallzusammensetzung exakt zu bestimmen und so den Ursprung des Goldes nachzuvollziehen”, sagte Jeremy D. Hill, Leiter der Forschung am British Museum. “Damit können wir die Verbindungen zwischen afrikanischer Bergbauproduktion und europäischen Finanzmärkten besser verstehen.”
Technische Aspekte der Bergung und Analyse
Die Ausgrabungen wurden mit modernsten Unterwasserarchäologie‑Methoden durchgeführt. Sonartechnologie kartierte das 98 Fuß lange Wrack, das in einer Tiefe von etwa 60 Fuß liegt. Divers setzten speziell entwickelte Atemgeräte ein, um die empfindlichen Artefakte zu sichern. Die Münzen wurden vorsichtig aus dem Sediment gehoben, konserviert und anschließend mittels Röntgenfluoreszenz‑Spektroskopie analysiert, um die Legierung zu bestimmen.
Ein interessanter Nebeneffekt der Untersuchung war die Entdeckung mehrerer Kanonen und Anker, die das Bild eines schwer bewaffneten Handelsschiffes vervollständigten. Diese Befunde unterstreichen, dass niederländische Handelsschiffe nicht nur wirtschaftliche, sondern auch militärische Interessen verfolgten – sie mussten sich gegen Piraten und rivalisierende Mächte behaupten.
Die Veröffentlichung des Buches “From Morocco to the Coast of England: The Story of the Dom van Keulen and its Remarkable Cargo” fasst die Erkenntnisse zusammen und bietet eine detaillierte Chronologie des letzten Segeltörns. Das Werk, das von Historikern und Meeresarchäologen gemeinsam verfasst wurde, verbindet Archivfunde, maritime Feldforschung und wirtschaftsgeschichtliche Analysen.
Die Wiederentdeckung des Wracks und die Identifikation dank der 400 gold coins help crack a centuries-old shipwreck mystery haben nicht nur die Fachwelt begeistert, sondern auch das öffentliche Interesse geweckt. In Salcombe wurde ein kleines Museum eröffnet, das die Geschichte des Schiffs, seine Ladung und die dramatischen Wetterbedingungen, die zum Untergang führten, anschaulich darstellt.
Für die Zukunft bedeutet der Fund, dass noch zahlreiche unerkannte Schätze in den Küstengewässern Englands liegen könnten. “Der Ozean birgt noch viele Geheimnisse, und jede Entdeckung erweitert unser Verständnis von globalen Handelsnetzwerken im frühen Neuzeitlichen Zeitalter”, betont Hill. Die Kombination aus archivischer Forschung und moderner Unterwassertechnologie wird dabei weiterhin Schlüssel zum Erfolg sein.




